„Die Geheimnisse von Birdwood“ von M.G. Leonard

Kennt Ihr diese Bücher, die zwar aufwühlen aber für Euch trotzdem rund um gelungen sind?

Das Thema Mobbing ist so ein Thema, dass mich beim Lesen immer berührt.

Das Thema Mobbing in der Schule habe ich indirekt für eine Seminararbeit ausgesucht, weshalb ich mir Interviews im Kopf rum schwirren, bei denen deutlich wird, dass SchülerInnen in vielen Fällen nicht mobben, weil sie wirklich etwas gegen die Person haben, sondern weil sie sich selbst profilieren oder ihre eigene Angst verstecken möchten.

In dem spannenden Buch „Die Geheimnisse von Birdwood – Das Versteck“ von M.G. Leonard greift die Charakterentwicklung genau diesen Punkt auf.

Die Mobber des Protagonisten entpuppen sich als Mitläufer oder einsame Personen.

Ein spannendes Kinderbuch für Natur- und Tierfreunde, oder solche, die es werden möchten ab 10 Jahren mit gelungenen Charakteren.

Das Leben von Corvus „Twitch“ dreht sich hauptsächlichem um Vögel. Schon als kleines Kind wurde er von seinem Großvater zu Vogelbeobachtungen mitgenommen und so sind sie auch jetzt noch sein Ankerpunkt. Solange es Vögel gibt, ergibt das Leben für Twitch Sinn. Klar, dass er nicht tatenlos zusehen kann, wenn seine Klassenkameraden eine Taube quälen. Mutig geht er dazwischen und wird danach umso mehr für seine Liebe zu Vögeln gemobbt. Als die Sommerferien beginnen, freut sich Twitch auf nichts mehr als Zeit, die er mit Vogelbeobachtungen verbringen kann. Was dann kommt und was sein Leben völlig umgekrempelt hat sich Twitch nicht ausmalen können.

Neben Mobbing spielen Themen wie Freundschaft, Vergebung, Vertrauen, Natur und Naturschutz, Tiere und Tierschutz, Familie und auch der Sinn des Lebens eine Rolle, verpackt in eine berührende und spannenden Geschichte mit Detektivmomenten voller überraschender Wendungen.

Was für eine Mutter bin ich und wenn ja, wie viele?

Theresas Beitrag hat mich daran erinnert, wie es mir als junge Mutter 🤰 damals ging. Doch wenn ich „damals“ schreibe, sträubt sich Etwas in mir, denn auch wenn kein Kind mehr in Kleinkindalter habe, fühle ich mich noch gar nicht aus dem Stadium „Junge Mutter“ herausgewachsen.

Was wäre überhaupt der nächste Schritt, die nächste Kategorie? Junge Mutter – erfahrene Mutter? Klingt nach einem Gütesiegel 🏅, den man verliehen bekommt, wenn man „genug“ Windeln gewechselt, „genug“ Pflaster geklebt und „genug“ Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen hat. Genug ist dann in harten Fakten in einer Tabelle beim Mutter-TÜV definiert. Sobald man dann den Schwellenwert als Mutter erreicht hat, blinkt beim Mutter-TÜV dann eine Lampe auf. Pech für die Mutter, deren Kind gar keine Pflaster haben möchte.

Auch Theresa hadert in ihrem Beitrag mit einem Gütesiegel: „Die gute Mutter“. Wer von uns Mamas und Papas wünschst sich nicht in schwierigen Momenten seine oder ihre Auszeichnung an der Wand betrachten zu können, um sich zu vergewissern, dass man wirklich alles richtig macht, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Einem Teenie-Kind könnte man als Erwiderung auf ein pampiges „Blöde Mama“ mit dem Finger auf die Wand zeigen 🫵 und in den Blick ein „Schau, was Du sagst kann nicht stimmen“ hineinlegen. Jetzt noch ein kitschiges Happy End: das Teenie-Kind fällt einem daraufhin dankbar in den Arm und bestätigt „Stimmt Mama, du bist eine gute Mutter“.

Aber halt, genug geträumt. Eigentlich wollte ich von meinem Gefühlsstrudel erzählen, in dem ich immer mal feststecke und das auch Theresa beschreibt. Das Gefühlschaos kann ich allerdings hervorragend ganz ohne die Idealbilder von Instagram fabrizieren. In meinem eigenen Kopf spucken genug Idealbilder herum, sicherlich entstanden durch Zeitschriften, Erziehungsratgeber aber auch Romane, Filme und Bekannte, bei denen scheinbar alles perfekt läuft.

Aus sicherer Quelle weiß ich, dass es Müttern in früheren Generationen genauso ging. Regelmäßig legte meine Mutter ein spanendes und herzzerreißendes Familiendrama zwischen zwei Buchdeckeln 📕 weg und seufzte. Im nächsten Moment kamen dann Sätze wie: „Wie schön wäre es, wenn dein Bruder und Du Euch richtig gut verstehen würdet und Euch wenn Ihr Erwachsen seid zur Seite steht.“ oder „Wäre das toll, wenn wir als Familie schöne Stunden beim Essen verbringen“ oder Ähnliches. Immer schwingte bei diesen Sätzen das Gefühl mit, dass es bei uns leider nicht so ist und sie nicht weiß, wie sie als Mutter ihr Idealbild verwirklichen kann.

Ich glaube allerdings die größte Fabrik von Idealbildern ist unser Inneres Kind*. Aus jedem Vorwurf an die eigene Mutter entsteht ein Idealbild, wie wir als Mutter zu sein haben. Wie oft habe ich in Unterhaltung mit anderen Müttern gehört und auch selbst gedacht: „Ich möchte auf keinen Fall 🙅‍♀️ so wie … deshalb werde ich …“ Wenn ich diesen Gedanken in der Konsequenz durchdenke, bedeutet das, dass ich mir selbst gegenüber wohlwollender in meiner Kritik werde, wenn ich mit der Kritik an meiner eigenen Mutter aufhöre.

Mir ist tatsächlich irgendwann klar geworden, dass es keinen vorgegeben idealen Eltern-Weg gibt. Es gibt keine Ideallösung, lediglich meine ganz eigene Lösung und meinen eigenen Ansatz mit allen meinen Erfahrungen und Werten, die ich meinen Kindern zeigen möchte.

Wie Theresa möchte auch ich nicht den Austausch mit anderen Müttern missen, auch wenn er mich einen Augenblick straucheln lässt, denn im Miteinander lernen wir Voneinander und erfahren so viel Unterstützung.

Danke an Euch Mütter und Väter, die sich Gedanken machen und Gedanken teilen. Zusammen werden wir stärker und wachsen an unseren Aufgaben.

Durch den Austausch miteinander beeinflussen wir und bereichern uns, sodass wir eine Summe an Erfahrungen als Eltern sind. Davon können unsere Kinder profitieren.

PS: Die Gütesiegel und den TÜV gibt es natürlich doch – Eure Kinder zeigen Euch immer wieder, wie sehr sie Euch lieben. Wir erkennen in Ihren glücklichen Augen, dass Wir es doch irgendwie richtig machen.

*Inneres Kind: „Das Innere Kind ist das Modell für eine Betrachtungsweise innerer Erlebniswelten in der Psychotherapie. (…) Es bezeichnet und symbolisiert die im Gehirn gespeicherten Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der eigenen Kindheit.“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Kind?wprov=sfti1

„Smilli Green“ von Anke Girod

Dieses tolle Kinderbuch ist ein Buch zum Abtauchen und Wohlfühlen.

Schon die Widmung im Buch spricht mir aus der Seele:

Für alle, die wissen, dass man mit Fantasie und Kreativität ein Stück Welt retten kann.
Anke Girod – Widmung im Kinderbuch „Smilli Green“

Smilli, die Kräuterprinzessin mit ihrem grünen Daumen und ihrer Mama besitzen einen Unverpacktladen und ein Café. In der Anfangsphase hatten sie viele Kunde, doch plötzlich bleiben sie weg und nun steht das Café samt dem Unverpacktladen vor der Schließung. Auf einem Flohmarkt fällt Smilli ein geheimnisvolles Kästchen mit einem Samen in die Hände. Schon nach wenigen Stunden wächst aus dem Samen eine besondere Pflanze mit einer Blüte, die die Farbe wechselt. Warum, ist Smilli zunächst nicht klar und die rätselhafte Innenschrift des Kästchen hilft Ihr auch nicht weiter. Trotzdem setzt Smilli auf diese besondere Pflanze und hofft, mit ihr das Café und den Unverpacktladen zu retten.

Diese zauberhafte Geschichte für LeserInnen ab 8 Jahren ist ein tolles Wohlfühlbuch mit der nötigen Portion Spannung. Vor allem Smilli und ihre Freund Nick sind kreativ und naturverbunden, was sie ins sofort sympathisch macht.

Anke Girod hat eine fantasievolle Welt erschaffen, in der wir uns gerne aufhalten und am liebsten noch ein wenig länger bleiben würden.

„Smilli Green und das zauberhafte Fräulein Purpur“ von Anke Girod, mit Schwarz-Weiß – Illustrationen von Florentine Prechtel, 224 Seiten, erschienen 2022 im CBJ Verlag ISBN 978-3-570-17819-5

❓Welche Kräuter habt Ihr auf der Fensterbank oder im Garten❓

„Erzähl deine Geschichte – Märchenabenteuer“ von Lily Murray

Dieses tolle Kinderbuch weckt die Lust am Fabulieren bei Groß und Klein.

In dies Kinderbuch finden die LeserInnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur eigenen Geschichte. Jede Doppelseite begleitet die Betrachter und liefert die Ideen für die eigene Figur, Verkleidung, den Ort des Geschehens und vielem mehr. Märchenabenteuer bedient sich dabei bekannten Elementen aus der Welt der Märchen, wie Drachen, Hexen, Zaubertränken und und und. Auch für die eine oder andere Überraschung und Wendung der Geschichte ist hier gesorgt.

Wir haben mit diesem Buch viel Freude beim Geschichten erfinden. Es ist kinderleicht und wir erfahren viele interessante Dinge auch über einander und uns selbst. Eine schöne Beschäftigung mit Kindern für Zwischendurch mit vielen Momenten zum Schmunzeln und Lachen, dank der lustigen Illustrationen und Ideen.

„Erzähl deine Geschichte – Märchenabenteuer“ von Lily Murray, illustriert von Wesley Robins, 32 S., erschienen 2022 im Christopherus Verlag ISBN 9783841102737

„Der einzig wahre Ivan“ von Katherine Applegate

Im Knesebeck Verlag ist 2014 ein aus dem Englischen übersetztes Buch „Der einzig wahre Ivan“ von Katherine Applegate erschienen.

2020 ist ein auf dem Buch basierender Familienfilm, von Disney produziert, erschienen der teils mit echten Schauspielern und teils mit computeranimierten Bildern arbeitet und unter die Kategorie Realfilm-CGI-Hybrid fällt.

In diesem Zuge hat der Knesebeck Verlag ein Taschenbuch und Der Hörverlag ein Hörbuch herausgebracht.

Illustrationen sind aus dem Buch „Der einzig wahre Ivan“ erschienen im Knesebeck Verlag

Wer erstmal sanft in die Thematik einsteigen möchte, schaut zuerst den Disney – Film, der grundsätzlich sehenswert ist, allerdings die Kritik der Autorin an den Zuständen sehr abgeschwächt zeigt.

Diese wundervolle und berührende Hörgeschichte beschäftigt sich eindringlich mit dem Thema Tiere im Zirkus, außerdem mit der Jagd von wilden Tieren wie Gorillas und Elefanten und wird aus der Sicht eines Gorillas erzählt.

Ivan, ein Silberrücken – Gorilla lebt in einem Glaskäfig in einem amerikanischen Einkaufszentrum. Er ist ganz zufrieden mit seinem Leben. An den Dschungel, in dem er geboren ist und seine Gorilla – Familie denkt er kaum. Jeden Tag tritt er mit den anderen tierischen Bewohner des kleinen Einlaufszentrum – Zirkus, z.B. einer alten Elfantendame und einem Kaninchen im Feuerwehrauto in einer Show auf, die immer schlechter besucht ist. Der Besitzer beschließt daher noch ein weiteres Tier dazuzuholen.

Ein Elefantenbaby soll die neue Attraktion werden und neue Zuschauer und damit neues Geld anlocken. Kurz darauf stirbt die alte Elefantendame, doch zuvor ringt sie Ivan ein Versprechen ab. Ivan soll dafür sorgen, dass das Elefantenbaby nichts das selbe Leben leben muss wie sie selbst – ein Leben in einem kleinen Käfig eines Zirkus. Wie Ivan es tatsächlich schafft, das Elefantenbaby an einen anderen Ort zu bringen und was mit ihm und den anderen Bewohnern passiert hört Ihr am Besten selbst.

Die Geschichte berührt und hält uns vor Augen, was Tieren in Gefangenschaft angetan wird. Doch sie ist keineswegs nur düster. Die Freundschaft zwischen den Tieren und auch zwischen der Tochter eines Pflegers und Ivan ist wunderschön. Auch das Happy End zeigt, dass Menschen lernfähig sind. Und nicht zuletzt ist die Bedeutung der Kunst – denn Ivan malt – zauberhaft. Die Lesung mit Dietmar Wunder ist gelungen und verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre. Meine Kinder haben Ivan ins Herz geschlossen und sehen auch das Thema Zirkustiere mit anderen Augen.

Wir haben die gesamte Laufzeit von 3h und 14 min mit Ivan und seinen Freunden mitgefiebert. Gesprächsanlässe gibt es nach der Geschichte so einige – ganz voran über die Haltungszustände der Tiere im Zirkus.

„Die Seele der Tiere“ von Sabine Schwabenthan und Walter Schels

Ich bin der Meinung, dass ein Menschen ein Tier leider erst für schützenswerte erachtet, wenn er in ihnen einen Freund und einen Gegenüber sieht. Das ist jedenfalls meine Erklärung, wie jemand mit dem einen Tier das Bett teilt und das andere Tier in elenden Verhältnissen leben lässt, um es zu verspeisen.

Wenn wir als Menschen erst entdecken, dass auch in allen anderen Tieren Empfindungen und ein individuelles Etwas steckt, dann werden wir verstehen, dass wir Menschen keine Vorherrschaft über Tiere haben. Dieser phantastische Fotoband mit sehr lesenswerten Texten setzt mit dem besonderen Blick auf die porträtierten Tiere genau hier an.

Schon beim Blättern und betrachten der Fotos wird klar, das jedes Tier ein Selbst hat und ein Individuum ist, dass der Fotograf geschafft hat heraus zu kitzeln.

Sowohl Sabine Schwabenthan wie auch Walter Schels haben prägende Erlebnisse schon als Kind mit Tieren, was sie in ihren jeweiligen Vorworten schildern. Für mich ist es umso mehr ein Bestätigung, dass schon Kinder sich sehr gut mit dem Thema Tierschutz befassen dürfen und können.

Die begleitenden Texte zu den beeindruckenden Fotos sind lesenswerte und lehrreich, mit interessanten Blickwinkeln auf Tiere – die, die wir üblicherweise niedlich finden und die, die wir essen oder eben auch nicht.

Frosch, Fisch, Adler, Hund, Affe, Skorpion, Taube, Wolf, Schaf und noch mehr finden in diesem Bildband ihren Platz. Für uns ist dieses Buch ein ganz besonderes, welches wir als gesamte Familie gerne in die Hand nehmen, um zu blättern, zu lesen und sich von den besonderen Fotos berühren zu lassen.

„Die Seele der Tiere“ von Sabine Schwabenthan und Walter Schels, 160 S., 114 großformatige Schwarzweißfotos, erschiene 2014 im Bassermann Verlag ISBN 978-3-8094-3287-6

„Die Klimakämpfer“ hrsg. von Marc Engelhardt

Wenn Du Dir Gedanken um den Klimawandel machst, aber denkst, dass Du als Einzelne/r nichts ausrichten kannst, dann ließ dieses Buch!

In diesem Buch finden die LeserInnen viele verschiedene Beiträge ganz unterschiedlicher kluger und kompetenter AutorInnen, die dem Netzwerk freier deutschsprachiger AuslandskorrespondentInnen angehören und über die Weltgeschehnisse berichten. Sie alle erzählen die Geschichten inspirierender Persönlichkeite, die ohne viel Macht, Geld, Superkräfte oder große Netzwerke sich alle auf ihre eigene Art für das Klima einsetzen.

Für mich dreht sich in jeder Geschichte alles wum die nicht gestellte Frage: „Was kann ich von diesen portraitierten Menschen lernen?“

Sie alle haben sich am Anfang für das Klima neben Arbeit, Studium oder Schule, zusätzlich zu Familie, Haushalt und den alltäglichen Herausforderungen eingesetzt. Für viele von ihnen hat sich daraus ein erfüllender Lebensmittelpunkt entwickelt.

Der Schweizer Gletscherforscher rät ins Handeln zu kommen, denn „Wir wissen oft schon, was wir tun könnten, nur haben wir häufig keine Lust, es zu tun.“

Lasst Euch von den Geschichten im Buch inspirieren und von dem Tatendrang der Menschen mitreißen.

„Die Klimakämpfer – Wer unseren Planeten wirklich rettet und wie du selbst zum Klimahelden werden kannst“ hrsg. von Marc Engelhardt, 332 S., erschienen 2021 im Penguin Verlag ISBN 978-3-328-10729-3 Autorinnen und Autoren dieses Buches: Danja Antonovič, Eric Bonse, Christiane Büld Campetti, Christoph Drösser, Marc Engelhardt, Thomas Franke, Philipp Hedemann, Julica Jungehülsing, Tania Krämer, Julia Macher, Leonie March, Barbara Markert, Bettina Rühl, Christina Schott, Peter Stäuber, Birgit Svensson, Kerstin Schweighöfer, Wolf-Dieter Vogel, Julia Wäschenbach, Christine Wollowski, Kerstin Zilm

Schon länger möchte ich Euch dieses Buch zeigen, aber da der Tag auch nur 24 Std. hat, die sich mit drei Kindern manchmal wie 5 Std. anfühlen, von denen ich 1 Std. auch noch frecherweise verschlafe, kommt der Beitrag jetzt erst.

Mich auf einen roten Faden im Beitrag festlegen funktioniert gerade auch nicht.

Schreibe ich über Ängste, die die einen haben und die anderen nicht? Das ist etwas, was ich mich immer wieder frage, wenn ich das Gefühl habe, es passiert NICHTS in puncto Klima.

Oder schriebe ich über Dinge, die mich ärgern, bei denen es nicht voran geht?

Zum Beispiel über die Stromverschwendung: Mein Sohn fragte mich neulich, als wir nachts ewig suchen musste, um endlich ein nicht beleuchtetes Fleckchen Erde zu finden, um Sternschnuppen schauen zu können, warum die Schriftzüge der Geschäfte eigentlich nachts beleuchtet sind, denn es geht um die Zeit doch niemand einkaufen und sucht den Laden? Ja, warum?

Oder über die riesige Flut an Plastikmüll, die in Krankenhäusern anfällt, obwohl man Dinge auch immer wieder sterilisieren könnte.

Oder die riesigen Wassermengen in der Industrie – beispielsweise bei der Autoproduktion, wie wir neulich in einem Video aus dem „Mausuniversum“ bestaunen durften.

Nein, irgendwie sind das alles keine idealen Herangehensweisen an diesen Beitrag, finde ich. Geht es doch in dem Buch teilweise auch um Hoffnung und um Menschen, die ihre Fragen, ihre Ratlosigkeit und ihre Wut in Tatendrang gewandelt haben und aktiv sind gegen den Klimawandel.

Also werde ich in diesem Beitrag den Appell in den Fokus stellen:

„Jeder Einzelne kann im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun.“

– beim Einkaufen

– bei der Wissensvermittlung

– mit kleinen und großen Entscheidungen

– bei Wahlen

– in der Freizeit

Übrigens: hier findet Ihr weitere Informationen zu den Weltreportern.

„Detektei für magisches Unwesen“ von Lotte Schweizer

Eine Katastrophe! Stellt Euch vor, auf der ganzen Welt verschwinden nach und nach alle Fabelwesen. Was kann dahinter stecken?

Dieser Frage geht der erfolgreiche Peggory Jones, Agent für Magisches und streng Geheimes nach. Doch in diesem Fall ist seine Chefin von seinen Methoden alles andere als begeistert.

Und dann gibt es da noch Jannik, Pola und Lulu. Die besten Freunde gehören einer Detektivbande an, die bereits eine Katze wegen Leckerlidiebstahls und ihre Kuscheltiere eines Verbrechens überführt haben. Weitere Fälle gab es bisher nicht im friedlichen Kiesbach, in dem die drei Kinder wohnen. Doch beim Observieren des örtlichen Polizisten Olaf stoßen sie auf etwas Spannendes – aus dem Feinkostladen verschwinden mehrere Gläser mit edlem Blattgold-Honig und auch bei Oma Ilse wird ein Honigbrot von einem Unbekannten entwendet.

Hat der neue Nachbar Herr Grauenmeier etwas damit zu tun? Oder führt die Spur in eine ganze andere Richtung? Der Geheimagent Peggory Jones kann etwas Licht ins Dunkel bringen, doch können die Vier gemeinsam den Fall lösen?

4 Stunden und 10 Minuten fesselnden Hörspaß hat dieses Hörbuch für Kinder ab 8 Jahren zu bieten.

Die Sprecherin und Schauspielerin Sarah Dorsel schafft es mit ihrer Stimme und ihrer Vorleseart meine Kinder zu fesseln, zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Eine gelungene Hörgeschichte, dass meine Kinder begeistert. Sie ist ein Hörgenuss für alle Detektivfans mit großartigen Fantasieelementen.

»Detektei für magisches Unwesen – Teil 1: Drei Helden für ein Honigbrot« von Lotte Schweizer, ungekürzte Lesung mit Sprecherin Sarah Dorsel, Laufzeit 4h 10 min, 3 CDs, ab 8 Jahre, erschienen 08.2022 im DerAudioVerlag DAV ISBN 978-3-7424-2495-2

Die Buchvorlage:

»Detektei für magisches Unwesen – Teil 1: Drei Helden für ein Honigbrot« von Lotte Schweizer, illustriert von Alexandra Helm, 192 S., erschienen 08.2022 bei DTV Junior ISBN 978-3-423-76393-6

❓Habt Ihr Lieblingsfabelwesen, schreibt es uns gerne in die Kommentare ❓

„Grimm und Mörchen Teil 2“ von Stephanie Schneider

Der von meinen Kinder ersehnte zweite Teil der wunderbaren Geschichte rund um den Buchhändler Grimm und sein Zesel Mörchen ist als Hörbuch erschienen.

Das gleichnamige Buch ist bei dtv Junior erschienen.

Im ersten Teil ist Mörchen beim Buchhändler Grimm eingezogen. Seit dem erleben die beiden Freunde wunderbare Abenteuer zusammen.

Auch im zweiten Teil, den man übrigens ganz unabhängig vom ersten hören kann, entdeckt Mörchen weiter die Welt der Menschen im Kreislauf des Jahres

– Was ist ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann,

– Wie wird Karneval gefeiert,

– Warum schriebt man im Sommerurlaub viele Postkarten

– Was ist das Kartoffelfeuer im Herbst?

Es macht viel Spaß die Welt mit Mörchens Augen (neu) zu entdecken und dadurch auch mal alte Bräuche wieder aufleben zu lassen. Der Autorin ist mit Mörchen eine liebenswerte und sympathische Figur gelungen, die wunderbar von dem verständnisvollen und liebenden Buchhändler Grimm begleitet wird.

Als erwachsene Mithörerin kommen mir wunderbare Assoziationen wie liebevolle Vater-Sohn-Beziehung oder Pflegevater-Pflegekind-Beziehung. Die Kinder haben einfach ihren Spaß dank der Geschichte und genießen es Mörchen bei seinen Erkundungen und Fragen hörend zu begleiten.

Lieblingsstelle:

Ein grimmiger Mann kommt in die Buchhandlung. Auf die Frage, welches Buch er kaufen möchte, sagt er „Keins. Bücher habe ich genug.“ Darauf sagt Mörchen: „Pfui, wie dumm der Mann ist. Geschichten kann man doch nie genug haben.“

„Grimm und Mörchen – Frühling, Sommer, Herbst und Zesel“ von Stephanie Schneider, gelesen von Boris Aljinovic, 2 CDs mit einer Laufzeit von 1h und 59min, illustriert von Stefanie Scharnberg, erschienen 2022 beim DAV

„Grimm und Mörchen – Frühling, Sommer, Herbst und Zesel“ von Stephanie Schneider, illustriert von Stefanie Scharnberg, 144 Seiten, erschienen 2022 bei dtv junior ISBN 978-3423763899

❓Welches sind Eure liebsten Bräuche rund um das Jahr- Valentinstag, Weihnachten, Ostern, Ramadan, Taufe, Hochzeit, Raunächte, Holi Fest, Halloween, Día de Muertos … es gibt wirklich unzählige … ich bin gespannt, welche in Eurem Leben eine Rolle spielen ❓ Erzählt gerne in den Kommentaren davon 😊

Animotion

Dieses Spiel haben wir im Zelturlaub rauf und runter gespielt – bevorzugt nach dem Abendessen 😊 Dabei haben wir dabei jede Menge neugierige und interessierte Blicke geerntet. Unsere Platznachbarn wollten unbedingt wissen, was uns so viel Spaß macht. Jetzt haben wir es auch Zuhause getestet. Was soll ich sagen: wir haben genauso viel Freude damit 😊 Es ist ein tolles Spiel zum Lernen und Lachen.

Bei diesem Spiel üben Kinder ab 8+ sich in verschiedene Emotionen einzufühlen und sie darzustellen. Für den besonderen Witz sorgt der erste Teil im Spielenamen, denn Ani- steht für animal, also animal emotion = Tieremotionen.

Habt Ihr schonmal eine entschlossen Robbe, einen erschöpften Esel, ein nachdenkliches Krokodil oder ein amüsiertes Schaf versucht pantomimisch darzustellen? Versucht das mal! Das ist gar nicht so einfach, macht aber unheimlich viel Spaß 😜

Wir haben das so gespielt, dass wir vor dem Würfeln nochmal alle ausgelegten Emotionen gemeinsam durchgelesen haben. Wenn ein Wort den Kindern unbekannt war, haben wir es besprochen.

Herzugeben ist, dass

✨ das auf den Karten die Begriffe viersprachig dargestellt sind

✨ je fünf Blankokarten beigelegt sind für den individuellen Touch

✨ mit einer Vorbesprechung der Emotionen auch schon jüngere Kinder mitspielen können

„Animotion ist eine Neuauflage des französischen Spiels >Animal Suspect< aus dem Jahr 2014“

Spielmaterial:

6 Zahlenkarten

51 Ausdrucks – Karten (doppelseitig)

51 Tier – Karten (doppelseitig)

2 Würfel (gelb und rot)

je 5 Bankokarten

1 Alphatier-Karte

Spielvorbereitung:

Zahlenkarten werden in einer Reihe untereinander auf die Spielfläche gelegt.

Auf der gelben Seite der Zahlenkarten wird neben jeder Zahl eine Ausdruckskarte gelegt.

Auf der roten Seite der Zahlenkarte wird neben jeder Zahl eine Tierkarte gelegt.

Die jeweiligen übrigen Karten werden in je einem Stapel über der passenden Kartenreihe zum Nachlegen platziert.

Spielablauf:

Ein Spieler würfelt verdeckt in der Schachtel beide Würfel und merkt sich die jeweilige Zahl samt Farbe. Der gelbe Würfel zeigt an, welche Ausdruckskarte und der rote Würfel zeigt an, welche Tierkarte dargestellt werden soll. David ist Menschensprache verboten, tierische Geräusche sind erlaubt! Die Mitspieler haben je einen Rateversuch. Es zählt nur die komplett richtige Antwort d.h. sowohl das Tier als auch die Emotion muss erraten werden. Trifft das zu, bekommt der Darsteller und der Mitspieler mit der richtigen Antwort je einen Punkt. Für die nächste Runde werden die Lücken aufgefüllt und der Ratespaß beginnt von vorne. Der Mitspieler mit den meisten Punkten gewinnt.

„Animotion“ von Bruno Faidutti und Nathalie Grandperrin, illustriert von Pablo Fontagnier, Spieldauer: 20min, Spieleralter: ab 8+, Mitspieleranzahl: 3-8 Spieler, von Edition Spielwiese vertrieben durch Pegasus Spiele.

„Tiere in Not“ von Veronika Wiggert

Leut Nabu Deutschland werden ungefähr 97% des Deutschen Waldes „mehr oder weniger intensiv bewirtschaftet“. Im Umkehrschluss haben wir nur ungefähr 3% Naturwald in Deutschland.

„Gerade diese Naturwälder haben jedoch einen hohen Nutzen für den Naturschutz. Hier dürfen die Bäume ungestört alt werden und auch in abgestorbenem Zustand im Wald bleiben. So entstehen jede Menge verschiedene Lebensräume von denen seltene und von alten Wäldern abhängige Arten wie Mittelspecht, Grauschnäpper oder Bechsteinfledermaus profitieren.“ schreibt die Nabu Deutschland. (Hier)

Wart Ihr schon mal in einem frisch abgeholzten Wald spazieren? Es ist totenstill und ganz schön hässlich. Der ursprüngliche Zauber der Natur ist urplötzlich verschwunden. Erst als ich das in einem mir sehr vertrauten Waldstück erlebt habe, wurde mir klar, was wir dem Wald mit intensiver Waldwirtschaft antun. Dieser Anblick hat mich damals sehr traurig gemacht und ich mochte in diesen Wald nicht mehr spazieren gehen. Das war damals mit ein Auslöser mich ein wenig intensiver mit Waldwirtschaft zu beschäftigen.

Dabei gibt es bereits alternative Modelle wie das „Lübecker Modell“ für den Wald, dass seit 20 Jahren erprobt wird. (Wikipedia – Artikel „Stadtwald Lübeck“)

Auch der wohl bekannteste Förster und Buchautor Peter Wohlleben erklärt in seinen zahlreichen wunderbaren Bücher, dass intensive Waldwirtschaft dem Wald nachhaltig schadet.

Die Naturwald Akademie hat auf Ihrer Homepage viele hörenswerte Podcasts und Sehenswerte Dokumentationen hier zusammen gestellt. Was naturnahe Waldwirtschaft bedeuten kann stellen sie im folgenden Papier kurz und knapp dar. („Die Natur ist der beste Förster.pdf“)

„Tiere in Not – Die Klimachechker Teil 2“ von Veronika Wiggert, illustriert von minkadu Kommunikationsdesign, 152 S., Lesealter ab 8 Jahre, erschienen 2020 bei World for Kids ISBN 978-3-946323-18-1

Dieses tolle und lesenswert Kinderbuch rund um die Kinderumweltbande „Die Klimachecker“ schlägt den Bogen von Klimaschutz über Naturschutz zu Tierschutz auf spannende und unterhaltsame Weise.

Mitten im Januar klettern die Temperaturen auf Sommerniveau. Kein Wunder, dass Malin in ihrem Garten einen abgemagerten Igel rumlaufen sieht. Doch wie kann sie dem Igel helfen? Rat weiß bestimmt die Tierschützerin Luise von der Baumschule. Bei Luise angekommen taucht ein unsympathischer Typ auf und behauptet, dass Luises Café und die Baumschule abgerissen werden sollen, um Platz für ein Bio-Einkaufszentrum zu schaffen. Eigentlich eine prima Sache, oder etwas nicht? Können die Kinder die wilden Tier, die Luises Baumschule wohnen retten?

Eine fesselnde Geschichte rund um die drei Freunde Malin, Einstein und Trixie, die uns noch besser als der erste Teil „Die Klimachecker – Schluss mit Plastik“ gefallen hat. Ganz nebenbei lernen wir beim Lesen einiges über Tierschutz, Naturschutz und einige Demokratische Instrumente wie Petitionen. Die Figuren ist sympathisch, weshalb wir uns auf viele weitere Bände rund um „Die Klimachecker“ freuen.

❓Was denkt Ihr, können wir tun, um unseren Wald mehr zu schützen ❓

„Lieblingsgerichte in der Küche“ von Cemile Runge

Ein kinderleichtes Kochbuch für Kinder und Erwachsene mit veganen Rezepten, ideal ob für die Spielküche oder echte Küche.

Vom Hof „Zum Gummistiefel“ möchten die Kinder Lia, Karlo, Ella, Max und Mara etwas Feines zubereiten und fordern die kleinen LeserInnen in Reimen auf unbedingt mitzukochen und nicht nur zuzuschauen. Dafür bieten sie kleinen KöchInnen im Buch vegane Rezepte von Obstsalat, Pizza, Pasta, Muffins bis Schokoaufstrich an. Im Buch ist auch Platz für zwei eigene Lieblingsgerichte. Außerdem sind interaktive Seiten zum Malen, Zählen und Entdecken dabei.

Dieses wunderbare kleine Rezeptbuch eignete sich sowohl zum Spielen, zum Schmöckern und zum Nachkochen. Wir haben einige Rezepte ausprobiert und küren den Schokoaufstrich zum neuen Lieblingsrezept. Denn endlich ist das mal ein Schokoaufstrich ganz ohne Palmöl.

Wir haben der Autorin Cemile Runge einige Fragen gestellt und hier dürft Ihr die Antworten nachlesen:

KinderLeseWunder: Wer bist Du in einem Satz?

Cemile Runge: Ich bin eine Kämpferin, die angekommen ist.

KiLeWu: Wie kommst du zum Geschichten erfinden?

CR: Lesen bildet. Lesen stärkt. Lesen baut auf.
Lesen ist wie träumen. Wer träumt nicht gerne? Egal ob Kinder oder Erwachsene, wir träumen alle. Jeden Tag! Manchmal möchten wir in andere Welten, andere Leben eintauchen oder sogar flüchten. Vor allem Kinderbücher mit einfachen Geschichten haben es mir angetan. Unsere Welt ist verrückt genug. Lesen und zur Ruhe kommen, sich über das Gelesene freuen und austauschen. Das ist meine kurze Auszeit. Ich liebe es!

KiLeWu: Warum ein Kinderkochbuch?

CR: Ich habe den Traum vom Hof „Zum Gummistiefel“ seit vielen, vielen Jahren. Dafür habe ich schon mehrere Geschichten geschrieben und viel Material zum Lesenlernen erstellt. Die Verlage und ich wurden uns nicht einig. Aufgeben wollte ich trotzdem nicht. Also habe ich mir bei Illustratoren Angebote eingeholt und schnell festgestellt, dass ich das nicht stemmen kann. Hauskauf, Renovierung, … da war kein Geld mehr übrig, Mist! Aufgeben kam immer noch nicht in Frage. Also habe ich überlegt, was ich selber zeichnen könnte. Dann hab ich einfach angefangen zu zeichnen. Obst und Gemüse habe ich gut hinbekommen, hahaha! Tadaaaa, die Idee vom Kinderkochbuch war geboren. Eine ehemalige Kollegin hat mich dabei unterstützt. Verrückt, wie viel Arbeit in so einem Minibuch steckt.

KiLeWu: Deine Rezepte im Kochbuch sind vegan – was ist dir an veganer Ernährung wichtig?

CR: Da ich mich seit mehr als zehn Jahren vegan ernähre und die restliche Familie ebenso, kam natürlich nur ein veganes Kochbuch in Frage. Wie bei allen anderen Ernährungsweisen gilt auch bei veganer Ernährung, sich ausgewogen zu ernähren. Kann ich jedem nur empfehlen.

KiLeWu: Warum Selfpublishing?

CR: Ist der einfachste Weg, um ein Buch rauszubringen. Amazon kdp ist so einfach aufgebaut, dass jeder das hinbekommt!

KiLeWu: Was nervt am Selfpublishing am Meisten?

CR: Das ist ganz einfach: Man muss alles selber machen. Das nervt tierisch!!!!!

KiLeWu: Was ist das Schönste am Selfpublishing?

CR: Man kann sich ausprobieren, ohne viel Geld zu investieren.

KiLeWu: Hast du einen Tipp für werdende Selfpublisher?

CR: Habt Geduld und haltet durch!

KiLeWu: Was ist dein Lebensmotto?

CR: Lächle so oft du kannst.

Cemile Runge ©privates Foto
„Lieblingsgerichte in der Kinderküche – fünf leckere Rezepte und lustige Reime“ von Cemile Runge, Ina Hunold und Michel Runge ISBN 9798448998348

„Pali und die anderen„ von Linda Steigenberger

unbezahlte Werbung

Von Linda habe ich gelernt, dass es in diesem tollen Kinderbuch nicht um das Anderssein geht sondern um die Gemeinsamkeit und die Verbindung zwischen allen Menschen.

Pali scheint zuerst ganz anders als die Anderen. Doch auf den zweiten Blick hat Pali viele Gemeinsamkeiten mit Einzelnen aus der Gruppe und „die Anderen sind gar nicht so gleich“, wie zunächst vermutet.

Dieses Pappbilderbuch enthält so viele Aspekte, die ich mag:

Die Botschaft, egal wie unterschiedlich wir aussehen, haben wir alle Gemeinsamkeiten, die es zu entdecken gilt. Der Fokus auf die Gemeinsamkeiten lässt ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen, welches jedes Kind braucht, um in der Welt verankert zu sein und sich willkommen zu fühlen.

Dieser Denkanstoß lässt sich auf so viele Lebensbereiche übertragen – denn diese Sichtweise hilft nicht nur in unseren zwischenmenschlichen Beziehung sondern auch in unserer Beziehung zu anderen Lebewesen – wenn wir entdecken, welche Gemeinsamkeiten wir beispielsweise mit Tieren haben, wird klar, dass unsere aktueller Umgang mit ihnen keinen Sinn ergibt. Wenn wir entdecken, welche Gemeinsamkeiten wir mit Tieren haben (aber ebenso mit Pflanzen), warum sollten wir sie anders behandeln, als wir es uns für uns selbst wünschen?

Die Figur Pali und die anderen Wellensittiche sind so wunderbar dargestellt. Sie bringen die Betrachter zum Schmunzeln und doch öffnen sie auch das Herz.

Ich liebe Collagentechnik, deshalb üben Kinderbücher mit dieser Illustrationstechnik auf mich einen besonderen Reiz aus.

Die Haptik des Pappbilderbuches ist besonders. Ich hab es sehr gerne in der Hand. Auch die Farben des Buches gefallen mir richtig gut.

Meine Kinder und ich lieben die kleine, feine Geschichte, die uns in kurzen Worten die Welt erklärt.

Ich durfte ihr einige Fragen stellen und habe interessante Antworten bekommen.

KinderLeseWunder: Wer bist Du in einem Satz?

Linda Steigenberger: Das Subjekt. 😉

KiLeWu: Wie kommst du zum Geschichten erfinden?

LS: Indem ich meine ganz eigene Geschichte gefunden habe.

Meine lange und intensive Elternzeit war und ist zum einen geprägt von Abstand zur Außenwelt. Und zum anderen von Nähe zu meiner kleinen Tochter Palina und meinem inneren Kind. 

So hatte und habe ich die Möglichkeit, mich in der kindlichen Welt – geprägt von Neugier, Lebensfreude, leidenschaftlichem Spiel und Sicherheit – vor der erwachsenen Welt – geprägt von seelischen Überforderungen und Ängsten – verstecken zu können. Hier ist die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit durchlässig und das Wünschen hilft noch. Diese wundervolle Form der Regression öffnet mir neue kreative Räume und lässt mich auf eine menschenwürdige Zukunft hoffen. So habe ich für Palina eine hoffnungsvolle Bilderbuchgeschichte zum Thema Inklusion gestaltet und – um wieder eine Verbindung zur Außenwelt herzustellen – veröffentlicht. 

Der darüber entstandene Austausch mit gleichgesinnten Menschen, die gemeinsam für eine vielfältige und zugleich überschaubare Welt kämpfen – eine Welt, in der wir uns persönlich kennen, gegenseitig wahrnehmen und unterstützen – ist der wohl schönste Teil dieser Geschichte. 

KiLeWu: Wie kam Dir die Idee zu Pali als Figur?

LS: Diese Geschichte begann bereits vor 15 Jahren mit meiner großen Liebe Alex. Wir teilten unsere erste gemeinsame Wohnung mit den unzertrennlichen Papageien Paul und Paula. Doch die beiden hatten leider nicht so viel Glück: Paul verlor seine Paula schon sehr früh und lebte von da an ohne seine große Liebe weiter, gemeinsam mit uns. Erst viel später erfuhren wir, dass unser Schwarzköpfchen eigentlich ein Weibchen war. Die Pauli begleitete uns in guten wie in schlechten Zeiten, bis hin zur Hoch-Zeit. 2018 heirateten wir und so entstanden für unsere Hochzeitstorte die unzertrennlichen Pauliköpfchen. (Wer genau hinsieht, findet sie im Buch wieder!)

Im darauffolgenden Jahr wurde ich schwanger. So entstand ein kleines Pauliköpfchen aus einer Hochzeitsdeko-Partytröte. Die Figur hieß anfangs noch Lindalex Junior und war das Symbol für unser heranwachsendes Baby in meinem Bauch.

Nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft ging unser kleiner Vogel Pauli von uns. 

Und plötzlich war sie da, unsere Tochter Palina, die größte Liebe unseres Lebens.

Seither trägt die Kinderbuchfigur ihren Namen. 

KiLeWu: Warum der Fokus aufs Anderssein?

LS: Zum einen bin ich hochsensibel. Weil ich das sehr lange weder verstehen noch benennen konnte, hatte ich das Gefühl anders zu sein und nicht dazu zu gehören. Zum anderen wurde mir mein Leben lang gesagt, ich sei u. a. zu dünn. Auch das gab mir immer wieder das Gefühl irgendwie falsch zu sein. Eine Hörminderung nach einer Operation am Innenohr bestätigte dieses Selbstbild.

Im Zusammenleben und in der Arbeit mit Menschen (mit Behinderungen) habe ich mich erstmalig richtig und dazugehörig gefühlt. Heute weiß ich auch warum: Das christlich geprägte Welt- und Menschenbild ist ein anderes als ich es in einer Welt desorientierter, unsicherer und verängstigter Individuen bis dahin erfahren hatte. Das zeigt sich im gemeinschaftlichen Miteinander und in der gelebten Vielfalt. 

Unser tatsächliches Anderssein beginnt erst in der Gesellschaft. 

Wenn wir begreifen, dass sichtbare und nicht sichtbare Unterschiede die Bandbreite des Menschseins bedeuten, können wir den Blick auf unsere Gemeinsamkeiten wenden. 

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ginge es ums Anderssein. Doch beim genaueren Hinsehen steht das Verbindende im Fokus. 

Dieser Perspektivwechsel soll Pali und den anderen ein von Selbst- und Nächstenliebe geprägtes Bild von Anfang an vermitteln. 

KiLeWu: Welchen Bezug hast Du zu Illustrationen, Grafik und/oder Kunst?

LS: Kunst ist für mich Ankommen und Veränderung. Indem ich kreativ arbeite, kann ich im Hier und Jetzt zur Ruhe kommen und vor lauter Ideen völlig aufgeregt nicht schlafen. Ich liebe beides.

Weil ich die künstlerischen Arbeiten anderer mehr zu schätzen weiß als meine eigenen, habe ich Kunstpädagogik studiert. 

Für mich sind alle Menschen Künstler*innen und in ihrer Kunst sind sie frei. Und ich möchte sie dabei begleiten. 

KiLeWu: Warum Selfpublishing?

LS: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein guter und passender Verlag mein Buch veröffentlichen würde. Weil ich aber meine Geschichte trotzdem teilen wollte, habe ich mich für diesen Weg entschieden.

KiLeWu: Was nervt am Selfpublishing am Meisten?

LS: Die hohen Herstellungskosten. Dadurch ist auch der Buchpreis hoch. Das ist hinderlich für den Verkauf und mein Vorhaben, das Buch mit seiner Botschaft zu verbreiten.

KiLeWu: Was ist das Schönste am Selfpublishing?

LS: Die kreative Freiheit.

Aber vor allem die persönlichen und wertschätzenden Begegnungen. 

KiLeWu: Was ist dein Lebensmotto?

LS: „Nur das, was verstanden wird, ist zu verändern.“ (Claudia Haarmann)

„Der Gedanke braucht Ruhe, eine gelegentliche Pause, er ‚braucht seine Zeit‘ […]“ (Zygmunt Bauman)

In Lindas Buch und auf Ihrem Instagramaccount entdeckt Ihr übrigens auch die Hochzeitstortenfiguren, von denen sie in ihren Antworten spricht. Schaut vorbei.

Beim Online-Shop „Wiladu“ könnt Ihr das Buch erwerben.

„Das neugierige Fischlein“ von Elsa Beskow

Ein zauberhaftes Kunstmärchen der bekannten schwedischen Autorin Elsa Beskow, die neben den magischen und naturnahen Elementen eine wichtige Botschaft über den Lebensraum und die artgerechte Haltung von Tieren enthält.

Der kleine Barsch Flitz ist ein neugieriger kleiner Fisch, der mit seinen Tanten und Onkel im Wasser aufwächst. Er interessiert sich für viele Dinge, doch am Meisten für die Menschenwelt. Die darf er schneller entdecken, als ihm lieb ist. Der kleine Junge Thomas ist zum Angeln an den See gekommen und hat nun Flitz am Hacken. Zum Glück hat Thomas Mitleid mit ihm und beschließt Flitz nicht zu Braten. Aber er nimmt ihn als Haustier mit. Die Tanten und Onkel von Flitz bekommen diese Ungeheuerlichkeit vom Frosch erzählt. Sie wenden sich an die Froschfee, die ihnen Beine wachsen lässt, damit sie an Land gehen können, um Flitz zu befreien.

Die Geschichte geht für alle gut aus und ist eine märchenhafte Betrachtung zum Thema Tierschutz im Kinderbuch und artgerechte Haltung, denn natürlich ist Flitz in einem kleinen Glas nicht glücklich. Das versteht Thomas schnell, bringt ihn zurück und lernt als Belohnung vom Frosch das Schwimmen.

Eine zauberhafte Geschichte mit skurril- witzigen Elementen wie der Froschfee, den lustigen Fischen mit ihren seltsamen Beinen, wie sie an Land watscheln. Aber auch herzlich schön, wie Thomas „seinen“ Fisch im Schuh nach Hause transportiert oder eben am Ende das Schwimmen lernt und „seinen“ Fisch nun immer besuchen kann. Wir lesen dieses Buch nun schon seit Jahren immer wieder gern.

„Das neugierige Fischlein“ von Elsa Beskow, aus dem Schwedischen übersetzt von Diethild Plattner, 32 S., erschien in der 4. Auflage 2020 beim Verlag Urachhaus ISBN 978-3-8251-7617-4

„Die Wichtelkinder“ von Elsa Beskow

Dies ist wohl im deutschsprachigen Raum das bekannteste Bilderbuch von Elsa Beskow, besticht es doch durch den Charme allerlei zauberhaften Waldfiguren, vorneweg die Wichtelkinder der Wichtelfamilie.

Das Buch erzählt von einer Wichtelfamilie, die tief im 🌳 Wald unter den Wurzeln einer Pinie lebt und allerlei Abenteuer erlebt. Die Wichtelkinder mit den süßen Fliegenpilzkappen 🍄spielen mit ihren Freunden, den Eichhörnchen, der Fledermaus, den Fröschen, Schnecken und Salamandern, sammeln Vorräte für den Winter, lernen vom Vater das Kämpfen gegen Schlangen, wippen mit Elfen im Mondlicht und viel, viel mehr. Durch die Jahreszeiten begleiten die LeserInnen die Familie und bekommen so ein Gefühl für den Lauf des Jahres und das naturnahe Leben im Wald.

Auch die wunderschönen, naturnahen Illustrationen lassen einem das Herz aufgehen und begeistern Naturfreunde, die auch einen Blick für das Magische in der Natur besitzen.

Sicherlich kritisieren einige LeserInnen die veraltete Rollenverteilung in der Geschichte – der Vater, der mit der Schlange kämpft und die Mutter, die die Vorräte verarbeitet. Wir sehen die Geschichte als Kunstmärchen, welches erstmals 1910 (!) erschienen ist. Aus diesem Blickwinkel ist das Märchen für die Zeit sehr modern, weint doch ein Junge und auch das Wichtelmädchen erlebt genau dieselben Abenteuer wie ihre Brüder.

Das Bilderbuch ist aufgrund des langen Textes für Kinder ab 5 Jahren gut geeignet. DauerleserInnen können auch schon ab 4 Jahren den Abenteurern folgen.

„Die Wichtelkinder“ von Elsa Beskow, 32 S., erschienen in der 14. Auflage 2021 im Verlag Urachhaus
ISBN 978-3-8251-7435-4

Diese Website verwendet Cookies, um Dir das bestmögliche Online-Erlebnis zu geben. Lass mich bitte wissen, dass Du damit einverstanden bist, indem du auf die Option "Alle Cookies akzeptieren" klickst.   Erfahre mehr.