„Stell dir vor…“ von Rob Hopkins

Ein Weckruf und eine Verbeugung vor der Fantasie 

Ein Sachbuchhighlight in diesem Herbst ist für mich das Buch von Rob Hopkins „Stell dir vor… mit Mut und Fantasie die Welt verändern“. Es ist im Löwenzahn in der Studienverlag erschienen und wurde von Dirk Höfer übersetzt.

In meinen Augen ist Fantasie der Schlüssel, um eine kreative und für alle funktionierende Welt zu erschaffen. Umso gespannter war ich auf das Buch von Rob Hopkins und wurde in meinen Erwartungen nicht enttäuscht. Er geht von der Prämisse aus, dass wenn wir mit Mut und Fantasie an aktuelle Probleme herangehen es für unsere Welt und die Erde nicht zuspät ist. Sein Aufruf ist: die Klimakatastrophe bahnt sich an und doch brauchen wir nicht in Angststarre zu verfallen, sondern sollten neue Ideen suchen und finden.

Bereits in der Einleitung fordert er zu einem Gedankenexperiment auf: Stell dir eine Stadt nach deinen Wünschen vor. Wie würde sie aussehen? Was wäre anders als jetzt? Er beschreibt auch seine Wunschstadt und ganz ehrlich, ich würde sofort hinziehen, gäbe es diese Stadt. Besonders finde ich, dass Rob Hopkins kein Schaumschläger ist, der uns Einhornfarmen und Ponyhöfe beschreibt. Er nimmt ganz reale Projekte aus der ganzen Welt und verbindet sie in seiner Vorstellung zu einer Stadt. 

Und wie setzt man das um? Diese Erfahrungen hat der Autor mit dem von ihm und seinem Freunden ins Leben gerufenen Projekt „Transition Town Totnes“ gesammelt. Es ist ein Prjekt, dass vor ca. 15 Jahren in seiner Heimatstadt gestartet ist und seit dem funktioniert und immer mehr verändert. Der Urspungsgedanke dazu ist: „Wenn wir auf die Regierung warten, dann ist es zuspät. Wenn wir als Einzelne handeln, dann ist es zuwenig. Wenn wir als Gemeinschaft handeln, wird es vielleicht reichen und geschieht gerade rechtzeitig.“ Mittlerweile gibt es eine Transition-Bewegung, die mittlerweile in 50 Ländern und tausenden Gemeinden zu finden ist. 

Doch dieses Buch ist soviel mehr als das Aufschreiben von ein paar Parollen und sich selbst und anderen Projekten auf die Schulter klopfen. Rob Hopkins hat in Acht von Neun Kapiteln sich verschiedenen Themenbereichen gewidmet und gezeigt, wie wichtig die Fantasie und ihre Förderung und Entfesselung ist. Er schreibt über die Bedeutung des Spiels für Kinder, die Fantasie und unsere Welt, wie Fantasie mit der Gesundheit zusammen hängt, wie wir von der Natur lernen können, was Aufmerksamkeitsmanagment damit zutun hat, wie die Schulen sich für mehr Fantasie verändern müssten und vieles mehr.

Mir leuchten nicht alle Schlussfolgerungen von Rob Hopkins ein. Doch das tut meiner Begeisterung für dieses wichtige Buch keinen Abbruch. Im Gegenteil, es dient als wunderbare Diskussionsgrundlage in meinem Umfeld. Ich hab aus diesem Buch für mich und meine Kinder sehr viel Input mitnehmen können.

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