„Als der Winter verschwand“ von Aleš Šteger

Das Märchenbuch hat als Hauptfigur den Kurent, der zu den bekanntesten Karnevalsfiguren Sloweniens zählt und auch in anderen Alpenregionen, wie der Steiermark, in der das Märchen angesiedelt ist, Verbreitung gefunden hat.

Der Kurent ist eine mystische Figur, die mit ihrem dämonischem Auftreten und ihren Bewegungen den Winter vertreibt. Er trägt ein Schaffell und einen Gürtel mit schweren Kuhglocken. Der Kopf ist eine Maske mit Federn, bunten Bändern, einer langen roten Zunge und Zähnen aus Bohnen. An den Beinen sind rote Stulpen und in der Hand hält er einen Furcht erregenden Stock, der mit einem Igelfell überzogen ist. So verkleidet ziehen die Menschen seit Generationen über das Land, machen Lärm und vertreiben zuverlässig den Winter.

Im Buch ist der Kurent eine belebte Figur, die nicht spricht und den Menschen hilft den harten, kalten Winter zu beenden. Bis eines Tages der Winter verschwunden ist und langsam Dürre und Hitze über das Land bricht. Wo ist der Winter geblieben? Und wo versteckt sich der Kurent? Hat etwas die riesige Eisfabrik, deren Schornsteinrauch den Himmel vernebelt etwas damit zutun? Das finden die LeserInnen im ersten Teil des Buches heraus. Doch auch nachdem der Winter zurückkehrt, sind die Menschen nicht schlauer geworden und bauen Atomkraftwerke zur Energiegewinnung und bringen sich und die Umwelt erneut in Gefahr. Ein Erdbeben und der Supergau stehen bevor…

Märchenhaft und fantasievoll beschreibt der Autor die Entstehung des Kurent, märchenhaft und spannend geht es weiter um die Rettung des Winters – mit einem bösen Zauberer und Zauberwesen wie es sich für ein Märchen gehört. Berührend und aufrüttelnden wird es rund um das Thema Atomkraft mit einer so klaren Aussage, wie ich es zuletzt in „Die Wolke“ von Gudrun Pausenwang gelesen habe, wobei es bei „Als der Winter verschwand“ märchenhaft und versöhnlich, der Lesealterempfehlung von 10 Jahren gemäß, endet und auch ohne detaillierte Grausamkeiten auskommt.

Für mich und meinen umweltbesorgten Sohn ist das Buch ein Glanzstück und eine berührende Geschichte mit genau der richtigen Portion Spannung und fürs gemeinsame und begleitete Lesen auch ab 9 Jahren geeignet.

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